Der Havaneser ist ein kleiner, fröhlicher Clown mit seidigem Fell und großem Herzen. Er ist verspielt, anhänglich und lernt gern, ein Hund, der am liebsten immer dabei ist und seine Menschen mit Charme und guter Laune um den Finger wickelt. Gleichzeitig braucht das lange Fell regelmäßige Pflege, und das Alleinsein will behutsam geübt werden. In diesem ausführlichen Porträt erfahrt ihr, was den Havaneser ausmacht, was er im Alltag verlangt, welche Gesundheitsthemen ihr kennen solltet und für wen die Rasse wirklich geeignet ist.
Steckbrief: Havaneser auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| FCI-Gruppe | Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion Bichons und verwandte Rassen |
| Herkunft | Kuba (Patronat: FCI), die Vorfahren stammen aus dem westlichen Mittelmeerraum |
| Größe (Widerristhöhe) | Etwa 23 bis 27 cm, Abweichungen von 21 bis 29 cm werden toleriert |
| Gewicht | Im FCI-Standard nicht festgelegt, in der Praxis meist etwa 3 bis 6 kg |
| Fell | Lang, seidig, weich, leicht gewellt, ohne dichte Unterwolle |
| Farben | Laut FCI-Standard Falb in allen Schattierungen, Schwarz, Havannabraun, Tabak und Rotbraun, auch mit Abzeichen oder gescheckt, reinweiß nur selten |
| Lebenserwartung | Etwa 13 bis 16 Jahre |
| Charakter | Fröhlich, verspielt, anhänglich, aufgeweckt, lernfreudig |
| Bewegungsbedarf | Gering bis mittel: ein bis eineinhalb Stunden, verteilt auf mehrere Runden |
| Eignung | Menschen mit Zeit, Nähe und Freude an Fellpflege |
Die Angaben entsprechen dem FCI-Rassestandard beziehungsweise Erfahrungswerten. Einzelne Hunde können abweichen.

Herkunft und Geschichte
Der Havaneser gehört zur Familie der Bichons, kleiner weißer oder heller Gesellschaftshunde aus dem Mittelmeerraum. Der FCI-Standard beschreibt die Rasse als an der spanischen und italienischen Küste entstanden. Früh kamen die Hunde mit italienischen Kapitänen nach Kuba, wo sich ein eigener Typ entwickelte, der in wohlhabenden Haushalten gehalten wurde und heute Kubas Nationalhunderasse ist. Die alten kubanischen Linien sind verschwunden: Die heutigen Havaneser gehen auf wenige Hunde zurück, die im 20. Jahrhundert in die USA gelangten, wo die Rasse neu aufgebaut wurde. Von dort aus verbreitete sie sich in Europa, und heute ist der Havaneser auch in Deutschland ein beliebter Familienhund. Manche Details dieser Geschichte sind nicht lückenlos belegt.
Wesen und Charakter
Typisch für den Havaneser ist seine Fröhlichkeit. Er ist aufgeweckt, verspielt und sehr menschenbezogen. Fremden gegenüber ist er meist freundlich, und er hat kaum Jagdtrieb. Er ist lernfreudig und gefällt gern, was ihn für Tricks und Training zugänglich macht. Viele Havaneser sind kleine Clowns, die ihre Menschen zum Lachen bringen.
Das bringt ein Havaneser mit
- Menschenbezug: Er möchte dabei sein und leidet unter langem Alleinsein.
- Fröhlichkeit: Er ist verspielt, charmant und meist gut gelaunt.
- Lernfreude: Er lernt schnell und mag Abwechslung.
- Wachsamkeit: Er meldet gern, ist aber kein Wachhund.
- Sensibilität: Er reagiert auf Stimmung und Härte.
- Verträglichkeit: Er versteht sich meist gut mit Kindern, Hunden und Katzen.
Haltung und Alltag
Bewegung und Beschäftigung
Ein Havaneser ist ein aktiver kleiner Hund, aber kein Sportler. Geeignet sind:
- Mehrere Spaziergänge: Abwechslungsreich, mit Zeit zum Schnüffeln.
- Spiele und Suchspiele: Leckerlis verstecken, Schnüffelteppich, kurze Apportierspiele.
- Tricks und Hundesport: Dogdance, Trickdogging, Rally Obedience und Agility auf niedrigem Niveau.
- Training und Denkspiele: Ideen findet ihr im Beitrag Intelligenzspielzeug für Hunde.
- Ruhezeiten: Auch ein Havaneser braucht Schlaf und Rückzug.

Wohnung, Haus, Garten
Der Havaneser ist ein typischer Wohnungshund und braucht keinen großen Garten. Wichtig sind Nähe zur Familie, ein ruhiger Liegeplatz und tägliche Bewegung draußen. Er ist stark an seine Menschen gebunden, deshalb muss das Alleinbleiben geübt werden und sollte begrenzt bleiben, mehr dazu im Beitrag Hund alleine lassen.
Familie und Kinder
Havaneser gelten als freundlich und kinderlieb. Weil sie klein und zart sind, sollten Kinder lernen, sie behutsam zu behandeln. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein, und der Hund braucht einen Rückzugsort.
Erziehung und Training
Der Havaneser ist intelligent und lernt gern, ist aber auch sensibel. Mit positiver Verstärkung, kurzen Einheiten und Geduld gelingt die Erziehung gut. Härte, Schimpfen und Druck verunsichern ihn.
| Thema | Typische Herausforderung | Was hilft |
|---|---|---|
| Alleinbleiben | Neigt zu Trennungsstress | Kleinschrittig üben, Rituale, Ruhe beim Gehen und Kommen |
| Bellen | Meldet gern | Ruhe belohnen, Alternativverhalten üben, siehe Hund bellt |
| Stubenreinheit | Kleine Blase, dauert oft länger | Sehr häufig raus, konsequent, siehe Welpe stubenrein bekommen |
| Leinenführigkeit | Kann ziehen oder bummeln | Geschirr, Tempo und Richtung wechseln, belohnen |
| Pflege akzeptieren | Mag Bürsten und Trimmen nicht von Anfang an | Früh und positiv gewöhnen, kurze Einheiten |
| Verwöhnen | Wird zum kleinen Tyrannen | Klare Regeln, keine Sonderrechte |
| Angst und Unsicherheit | Zuckt bei Lärm | Sicherer Rückzugsort, Ruhe, siehe Angst beim Hund |
Eine Welpengruppe mit gewaltfreien Methoden und passender Größenmischung ist auch für kleine Hunde sinnvoll.
Pflege
- Bürsten: Das lange Fell braucht tägliche Pflege mit Kamm und Bürste, sonst entstehen Knoten.
- Schneiden: Als Familienhund darf das Fell gekürzt werden, viele Halter wählen einen pflegeleichten „Welpenschnitt“. Für Zucht und Ausstellung sieht der FCI-Standard das naturbelassene Fell vor, Scheren und Trimmen sind dort nicht erlaubt. Wer kürzen lässt, geht meist alle paar Wochen zum Hundefriseur.
- Baden: alle paar Wochen oder bei Bedarf, mit mildem Shampoo und gründlichem Trocknen.
- Augen: Tränenstraßen sauber halten, Haare im Augenbereich kürzen.
- Ohren: regelmäßig kontrollieren, Haare im Gehörgang können Entzündungen fördern.
- Zähne: Zahnpflege ist wichtig, kleine Hunde neigen zu Zahnstein.
- Krallen und Pfoten: Krallen kürzen, Haare zwischen den Ballen kürzen.
- Haare im Haus: Der Havaneser verliert wenig Haare, das heißt aber nicht, dass er für alle Allergiker geeignet ist.
- Zecken und Parasiten: besonders in hohem Gras und im Wald, siehe Zecken beim Hund.
Ernährung
Havaneser sind klein und neigen bei Überfütterung zu Übergewicht, was Gelenke und Herz belastet, siehe Fettleibigkeit beim Hund. Welpen sollten mehrmals täglich kleine Mahlzeiten bekommen. Wiegt das Futter ab, rechnet Leckerlis in die Tagesration ein und nutzt den Futtermengen-Rechner. Das Idealgewicht prüft ihr mit dem Idealgewicht-Rechner. Mehr zur Fütterungshäufigkeit im Beitrag Wie oft am Tag sollte ich meinen Hund füttern?. Was nicht in den Napf gehört, zeigt die Ampel-Liste.
Gesundheit: Typische Erkrankungen
Havaneser gelten als robust und langlebig, haben aber einige bekannte Risiken. Seriöse Zuchtverbände untersuchen ihre Zuchttiere gezielt.

| Erkrankung | Was dahintersteckt | Vorbeugung und Hinweise |
|---|---|---|
| Patellaluxation | Die Kniescheibe springt aus ihrer Führung, Hüpfen auf drei Beinen | Untersuchung der Zuchttiere, Gewicht halten, bei Lahmheit zur Praxis |
| Augenerkrankungen | Zum Beispiel Katarakt (Grauer Star) und Progressive Retinaatrophie | Augenuntersuchung der Zuchttiere, jährliche Kontrolle, Veränderungen früh abklären |
| Herzerkrankungen | Vor allem Herzklappenerkrankung im Alter | Regelmäßige Kontrolle, bei Husten oder Ausdauerverlust zur Praxis |
| Ohrentzündungen | Haare und Feuchtigkeit im Gehörgang | Ohren kontrollieren, bei Geruch oder Kopfschütteln zur Praxis |
| Zahnerkrankungen | Zahnstein, Zahnfleischentzündung | Zahnpflege, regelmäßige Kontrolle |
| Hüft- und Gelenkprobleme | Zum Beispiel Legg-Calvé-Perthes, Hüftprobleme | Untersuchung der Zuchttiere, bei Lahmheit zur Praxis |
| Hautprobleme und Allergien | Juckreiz, Futterunverträglichkeit | Tierarzt, Pflege |
Zur Vorsorge gehören Impfungen und regelmäßige Kontrollen, mehr dazu im Beitrag Impfungen beim Hund.
Kosten: Was ein Havaneser kostet
Seriöse Züchter verlangen für Welpen oft etwa 1.200 bis 2.000 Euro, je nach Region, Verband und Gesundheitsuntersuchungen. Das ist eine grobe Orientierung. Sehr niedrige Preise sind ein Warnsignal.
Dazu kommen laufende Kosten für Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Haftpflicht, Zubehör und Training, beim Havaneser zusätzlich Hundefriseur und Pflegeprodukte. Rücklagen oder eine Hundekrankenversicherung sind sinnvoll, beachtet Wartezeiten und Ausschlüsse. Mit dem Kostenrechner könnt ihr durchspielen, was monatlich auf euch zukommt. Infos zu Hundesteuer und Hundehaftpflicht findet ihr im Ratgeber.
Welpe: Worauf ihr bei der Wahl achtet
- Seriöse Zucht: Zuchtverbände mit Kontrollen sind ein guter Ausgangspunkt. Besucht den Betrieb, seht Mutter und Geschwister.
- Gesundheitsuntersuchungen: Fragt nach Befunden zu Patella, Augen, Herz und Gehör der Elterntiere.
- Kein Modename: Mischlinge und „Designer-Hunde“ mit unklarer Herkunft sind kein Ersatz für gesunde Zucht.
- Aufzucht: Welpen sollten im Haus, mit Menschen und Alltagsgeräuschen aufwachsen.
- Fellqualität: Das Fell ist im Welpenalter noch nicht endgültig, Pflege lohnt sich früh.
- Sozialisierung: Die Welpen sollten Alltagsgeräusche und Menschen kennenlernen.
- Abgabealter: Nicht vor etwa acht Wochen, mit Impfungen, Entwurmung und Chip.
- Keine Spontankäufe: Vorsicht bei Anzeigen mit niedrigen Preisen oder Übergabe an Parkplätzen. Mehr im Beitrag Welpen kaufen: Worauf ihr achten solltet.
- Tierheim und Tierschutz: Havaneser und Mischlinge suchen ein Zuhause. Lasst euch zu Wesen, Gesundheit und Alltag ehrlich beraten.
Für wen ist der Havaneser geeignet?
| Passt gut, wenn ihr … | Überlegt es euch, wenn ihr … |
|---|---|
| viel Zeit und Nähe für einen anhänglichen Hund habt | den Hund viele Stunden allein lassen müsstet |
| Freude an Fellpflege oder den Hundefriseur einplant | Pflege lästig findet oder nicht bezahlen könnt |
| einen freundlichen, handlichen Begleiter sucht | einen Wachhund oder Sportpartner sucht |
| bereit seid, in Vorsorge und Tierarztkosten zu investieren | bei Gesundheit und Kosten sparen müsstet |
Ob der Havaneser zu euch passt, hilft euch auch der Rassenfinder. Eine Übersicht über Rassen für Einsteiger findet ihr im Beitrag Hunderassen für Anfänger. Ein ebenfalls kleiner, anhänglicher Begleiter ist der Cavalier King Charles Spaniel.
Die ersten Monate mit dem Welpen
| Zeit | Schwerpunkt | Tipps |
|---|---|---|
| Woche 1 bis 4 | Ankommen, Rituale, Stubenreinheit, viel Schlaf | Wenig Besuch, Rückzugsort, ruhige Eingewöhnung, früh ans Bürsten gewöhnen |
| Monat 2 bis 4 | Sozialisierung, Grundsignale, Alleinbleiben in Minuten | Viele ruhige Alltagsreize, kurze Übungen, belohnen, Welpengruppe |
| Monat 4 bis 8 | Leinenführigkeit, Rückruf, Pflege üben | Geschirr, Rituale, Friseurbesuch positiv gestalten |
| Ab Monat 8 | Pubertät, Struktur festigen | Konsequent bleiben, Fell wechselt, Pflege anpassen |
Havaneser lernen schnell, aber sie sind sensibel. Positive Erlebnisse in den ersten Monaten prägen das Vertrauen für das ganze Leben.
Ein typischer Tag
| Zeit | Aktivität |
|---|---|
| Morgens | Lösrunde, kurzer Spaziergang, Frühstück, Fell durchbürsten |
| Vormittags | Ruhe im Körbchen, Kauartikel, kurze Trainingseinheit |
| Mittags | Kurze Lösrunde, Ruhezeit |
| Nachmittags | Spaziergang, Spiel oder Nasenarbeit |
| Abends | Letzte Runde, Kuscheln, Zähne putzen, Schlaf |
Wichtig sind feste Ruhezeiten. Auch ein Havaneser braucht viel Schlaf.
Urlaub und Reisen mit dem Havaneser
Dank seiner geringen Größe lässt sich der Havaneser gut mitnehmen. In Zug, Bus und Auto ist er meist unkompliziert, wenn er an Transportbox oder Sicherung gewöhnt ist, mehr dazu in den Beiträgen Hund im Zug mitnehmen und Urlaub mit Hund. Kleine Hunde dürfen je nach Fluggesellschaft oft in der Kabine mitreisen, siehe Hund im Flugzeug mitnehmen. Plant Pflegepausen unterwegs ein: Nach Wald, Strand oder Regen sollte das lange Fell gebürstet und getrocknet werden, damit keine Knoten entstehen. Ein Hundefriseur am Urlaubsort ist selten nötig, wenn ihr kurz vor der Reise einen pflegeleichteren Schnitt wählt. Lasst euren Hund im Sommer nie im geparkten Auto, siehe Hund im Auto lassen.
Der Havaneser im Alter
Mit etwa neun bis zehn Jahren gilt der Havaneser als Senior. Jetzt sind Augen-, Herz- und Zahnkontrollen besonders wichtig. Passt Bewegung und Futter an, haltet das Gewicht im Idealbereich und beobachtet Husten, Sehvermögen und Gelenke. Weiche Liegeplätze, kürzere Runden und ein kürzerer Schnitt erleichtern den Alltag und halten euren Hund lange fit.

Mythen über den Havaneser
| Mythos | Was wirklich gilt |
|---|---|
| Havaneser sind hypoallergen | Sie haaren wenig, sind aber nicht für jeden Allergiker geeignet. |
| Er braucht keine Erziehung, weil er klein ist | Er braucht Regeln und Gewöhnung wie jeder Hund. |
| Das lange Fell pflegt sich von selbst | Es verfilzt ohne tägliche Pflege schnell. |
| Er ist ein reiner Schoßhund | Er braucht Bewegung, Spiel und Beschäftigung. |
| Er kann gut allein bleiben | Viele Havaneser leiden stark unter Trennung, das muss geübt werden. |
Häufige Fragen
Ist der Havaneser ein guter Anfängerhund?
Ja, er ist freundlich, lernfreudig und handlich. Einsteiger sollten sich aber auf Fellpflege, Alleinbleiben und Vorsorge einstellen.
Wie viel Bewegung braucht ein Havaneser?
Etwa ein bis eineinhalb Stunden täglich, verteilt auf mehrere Runden, dazu Spiel und Beschäftigung.
Haart der Havaneser?
Er verliert wenig Haare, aber das Fell fällt aus und verfilzt, wenn es nicht gepflegt wird. Haare im Haus sind selten ein Problem, Pflegeaufwand dagegen schon.
Kann der Havaneser allein bleiben?
Nur in kleinen Schritten und begrenzt. Viele Havaneser sind sehr anhänglich und leiden unter langem Alleinsein.
Ist der Havaneser für Kinder geeignet?
Ja, er gilt als kinderlieb, aber er ist klein und zart. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein.
Sind Havaneser für Allergiker geeignet?
Sie haaren wenig und werden oft als allergikerfreundlicher beschrieben, eine Garantie gibt es aber nicht. Testet vor einer Anschaffung den Kontakt und sprecht mit eurer Ärztin.
Fazit
Der Havaneser ist ein fröhlicher, anhänglicher und lernfreudiger Begleiter mit seidigem Fell und viel Humor. Er braucht Nähe, Pflege, Erziehung und Vorsorge. Wer ihm das bietet und eine gesunde Zucht wählt, bekommt einen treuen kleinen Freund, der den Alltag mit guter Laune füllt.
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Stand: November 2026. Dieser Beitrag wurde redaktionell vom Hundefreund-Team erstellt und dient der Orientierung. Er ersetzt keine Beratung durch eine Tierarztpraxis oder einen seriösen Züchter. Angaben zu Größe, Gewicht und Kosten sind Richtwerte, die Gesundheitsangaben ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.
