Kastanienrot und mit langer, seidiger Befederung an Ohren, Läufen und Rute: Der Irish Setter gehört zu den Rassen, bei denen Passanten stehen bleiben. Hinter dem auffälligen Fell steckt ein Jagdhund aus Irland, den der FCI-Standard als eifrig, intelligent, energiegeladen, anhänglich und treu beschreibt. In diesem ausführlichen Porträt erfahrt ihr, was die Rasse laut Standard ausmacht, wie sich das im Alltag anfühlt, welche Gesundheitsthemen ihr kennen solltet und für wen ein Irish Setter wirklich passt.
Steckbrief: Irish Setter auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Offizieller Name | Irish Red Setter (Irischer Roter Setter) |
| FCI-Gruppe | Gruppe 7: Vorstehhunde, Sektion 2 Britische und Irische Vorstehhunde und Setter, mit Arbeitsprüfung |
| Herkunft | Irland |
| Verwendung | Laut Standard Jagdhund (Gun dog) und Familienhund |
| Größe (Widerristhöhe) | Laut Standard bei Rüden 58 bis 67 cm, bei Hündinnen 55 bis 62 cm |
| Gewicht | Im Standard nicht festgelegt, Erfahrungswerte liegen bei Hunden dieser Größe oft bei etwa 25 bis 32 kg |
| Fell | Mittellang, flach, möglichst ohne Locken oder Wellen, mit langer, feiner Befederung |
| Farbe | Sattes Kastanienrot ohne jede Spur von Schwarz, weiße Abzeichen nur in engen Grenzen |
| Lebenserwartung | Im Standard nicht festgelegt, ein grober Erfahrungswert sind etwa 10 bis 12 Jahre, belastbare Studien dazu sind rar |
| Charakter | Eifrig, intelligent, energiegeladen, anhänglich und treu |
| Bewegungsbedarf | Hoch: täglich mehrere Stunden Bewegung, dazu Nasen- und Kopfarbeit |
| Eignung | Aktive Menschen mit Zeit, Erfahrung oder Bereitschaft, eine Hundeschule zu besuchen |
Die Angaben zu Größe, Fell und Farbe entsprechen dem FCI-Rassestandard, alle anderen Zahlen sind Erfahrungswerte. Einzelne Hunde können abweichen.

Herkunft und Geschichte
Der Irish Setter wurde in Irland als Arbeitshund für die Jagd auf Federwild entwickelt. Nach dem FCI-Standard stammt die Rasse vom Irish Red and White Setter und einem unbekannten, einfarbig roten Hund ab. Bereits im 18. Jahrhundert war sie als eigener Typ erkennbar. Der Irish Red Setter Club wurde 1882 gegründet, um die Rasse zu fördern. 1886 gab der Club einen Rassestandard heraus und veranstaltete seither Field Trials und Ausstellungen, um den Standard für die Rasse zu setzen. 1998 veröffentlichte der Club außerdem den „Working Style“, die gewünschte Arbeitsweise, die gemeinsam mit dem Standard Körperbau und Arbeitsfähigkeit der Rasse beschreibt.
Der Standard hält fest, dass sich die Rasse im Lauf der Jahre zu einem robusten, gesunden und intelligenten Hund mit ausgezeichneter Arbeitsfähigkeit und großer Ausdauer entwickelt habe. Das ist die Beschreibung des Zuchtverbands, nicht ein Garant für jeden einzelnen Hund. Wichtig ist die Abgrenzung: Der Irish Red and White Setter ist eine eigene FCI-Rasse mit eigenem Standard. Er ist rot-weiß gezeichnet, schwerer gebaut und wird in diesem Porträt nicht beschrieben.
Aussehen: Was der Standard beschreibt
Der Standard beschreibt einen rassigen, athletischen Hund voller Qualität mit freundlichem Ausdruck, ausgewogen und harmonisch proportioniert. Der Kopf ist lang und schlank, der Fang etwa so lang wie der Schädel und parallel dazu verlaufend. Die Brust ist tief, vorn eher schmal, mit gut gewölbten Rippen, die viel Platz für die Lunge lassen.
- Größe: Rüden 58 bis 67 cm, Hündinnen 55 bis 62 cm. Ein Gewicht nennt der Standard nicht.
- Fell: Am Kopf, an der Vorderseite der Läufe und an den Ohrspitzen kurz und fein, am übrigen Körper mittellang, flach und möglichst frei von Locken und Wellen. Die Befederung ist an den Ohren lang und seidig, an den Rückseiten der Läufe lang und fein. Am Bauch bildet das Haar einen Saum, der bis zu Brust und Kehle reichen kann. Zwischen den Zehen ist der Hund gut befedert, an der Rute trägt er eine mäßig lange Fahne. Die gesamte Befederung soll gerade und flach liegen.
- Farbe: Sattes Kastanienrot ohne jede Spur von Schwarz. Weiß an Brust, Kehle und Zehen, ein kleiner Stern an der Stirn oder ein schmaler Streifen oder eine Blesse an Nase oder Gesicht führen laut Standard nicht zum Ausschluss.
- Nase und Augen: Die Nase ist dunkel mahagonifarben, dunkel walnussfarben oder schwarz, mit weiten Nasenlöchern. Die Augen sind dunkel haselnussbraun oder dunkelbraun und sollen nicht zu groß sein.
- Ohren: Von mäßiger Größe, fein in der Struktur, tief und weit hinten angesetzt und in einer sauberen Falte am Kopf anliegend.
- Rute: Von mäßiger Länge, im Verhältnis zum Körper, eher tief angesetzt, am Ansatz kräftig und zu einer feinen Spitze auslaufend. Sie wird in Höhe des Rückens oder darunter getragen.
- Gangwerk: Frei fließend und raumgreifend, mit hoch getragenem Kopf. Die Vorderläufe greifen weit aus, die Hinterhand schiebt kraftvoll nach.

Als Ausschlussfehler nennt der Standard aggressive oder übermäßig scheue Hunde sowie Hunde, die deutlich körperliche oder verhaltensmäßige Auffälligkeiten zeigen. Zudem gilt: Zur Zucht sollen nur funktionell und klinisch gesunde Hunde mit rassetypischem Körperbau verwendet werden.
Wesen und Charakter
Laut Standard ist der Irish Setter eifrig, intelligent, energiegeladen, anhänglich und treu. In der Praxis erleben viele Halter ihn als freundlichen, offenen und lebhaften Hund, der Menschen sucht, gern spielt und lange verspielt bleibt. Das ist ein Erfahrungswert, nicht jeder Hund verhält sich so.
Das bringt ein Irish Setter mit
- Energie und Ausdauer: Er ist für lange Arbeitstage im Feld gebaut und braucht täglich viel Bewegung. Müde wird er erst, wenn Körper und Kopf gefordert wurden.
- Jagdliche Anlagen und Nase: Als Vorstehhund zeigt er Wild an. Gerüche haben für ihn oft Vorrang, auch beim normalen Spaziergang. Das gilt besonders für Hunde aus Arbeitslinien.
- Menschenbezug: Er ist anhänglich und möchte dabei sein. Zwingerhaltung oder langes Alleinsein passen nicht zu ihm.
- Verspieltheit: Viele Irish Setter bleiben lange jugendlich und albern. Das macht Spaß, erfordert aber Geduld, Konsequenz und Struktur.
- Freundlichkeit gegenüber Fremden: Er ist selten ein Wachhund. Als Familienhund ist das willkommen, als Alarmanlage taugt er kaum.
- Sensibilität: Er nimmt Stimmungen wahr und reagiert auf Härte oft mit Unsicherheit oder Ausweichen.
Haltung und Alltag
Bewegung und Beschäftigung
Ein Irish Setter braucht mehr als eine Runde um den Block. Geeignet sind:
- Jagdliche Arbeit: Für viele Setter die passende Auslastung. Fragt Zuchtverein und Züchter, ob und wie die Rasse jagdlich geführt wird.
- Nasenarbeit: Fährtenarbeit, Mantrailing, Such- und Dummyspiele sprechen seine feine Nase an.
- Apportieren und Wasserarbeit: Dummytraining und Apportierspiele strukturieren Spaziergänge, viele Setter gehen gern ins Wasser.
- Laufen und Wandern: Mit dem ausgewachsenen Hund eine gute Möglichkeit. Bei Junghunden sind lange Strecken und Hartbelag mit Blick auf die Gelenke zu vermeiden.
- Hundesport: Agility, Obedience, Rally Obedience oder Dog Dancing passen zu seiner Beweglichkeit und seinem Tempo.
- Kopfarbeit: Denkspiele helfen, Ideen findet ihr im Beitrag Intelligenzspielzeug für Hunde.
- Ruhezeiten: Auch ein Setter braucht Schlaf und Pausen. Ruhe zu finden, muss oft bewusst geübt werden.

Wohnung, Haus, Garten
Ein Irish Setter kann in einer Wohnung leben, wenn Bewegung, Beschäftigung und Gesellschaft stimmen. Wichtiger als die Quadratmeter ist, dass er täglich ausreichend Auslauf bekommt. Ein sicher eingezäunter Garten ist von Vorteil, ersetzt aber weder Spaziergänge noch Training. Das Alleinbleiben muss in kleinen Schritten geübt werden und sollte begrenzt bleiben, mehr dazu im Beitrag Hund alleine lassen.
Familie und Kinder
Irish Setter können gute Familienhunde sein. Sie sind freundlich, lieben Gesellschaft und spielen gern. Wegen Temperament und Kraft sind sie für kleine Kinder aber oft zu stürmisch. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein, und der Hund braucht einen Rückzugsort, an dem er in Ruhe gelassen wird. Kinder sollten lernen, ihn nicht zu bedrängen.
Erziehung und Training
Der Irish Setter ist lernfähig und arbeitsfreudig, aber nicht immer leicht zu führen. Der Standard nennt ihn intelligent, in der Praxis beschreiben viele Halter ihn zugleich als eigenständig und leicht ablenkbar. Er braucht klare, freundliche Führung, Konsequenz und Abwechslung. Härte, Schreien oder Zwang verunsichern ihn und belasten die Bindung. Arbeitet mit guter Belohnung, kurzen Einheiten und früh mit Impulskontrolle.
| Thema | Typische Herausforderung | Was hilft |
|---|---|---|
| Jagdtrieb und Rückruf | Folgt Spuren und Wild, hört nicht mehr | Früh Rückruf aufbauen, Schleppleine, Pfeife, Jagdersatz-Training |
| Alleinbleiben | Trennungsstress, Jaulen, Zerstören | Kleinschrittig üben, Rituale, vorher auslasten, kurz anfangen |
| Leinenführigkeit | Zieht, wenn etwas interessant riecht | Belohnung für lockere Leine, Schnüffelpausen gezielt erlauben, siehe Hund zieht an der Leine |
| Unruhe und Überdrehtheit | Kommt schwer zur Ruhe | Ruhetraining, feste Pausen, Decke, Kauartikel |
| Hundebegegnungen | Freundlich bis stürmisch | Ruhige Begegnungen üben, Abbruchsignal |
| Anspringen | Begrüßt überschwänglich | Vier Pfoten am Boden belohnen, konsequent bleiben |
| Ablenkbarkeit | Gerüche und Bewegung ziehen die Aufmerksamkeit | Kurze Einheiten, Aufmerksamkeit belohnen, Reize steigern |
Eine Hundeschule mit gewaltfreien Methoden und Erfahrung mit Jagdhunden ist empfehlenswert, ebenso ein Anti-Jagd-Training, wenn ihr den Hund nicht jagdlich führt. Welche Ausrüstung dafür sinnvoll ist, beschreibt der Beitrag Geschirr oder Halsband.

Pflege
- Bürsten: Die lange Befederung verfilzt leicht. Mehrmals pro Woche mit Kamm oder Bürste durchgehen, besonders hinter den Ohren, an den Läufen und unter dem Bauch.
- Haaren: Ein Irish Setter verliert Haare, im Fellwechsel mehr. Regelmäßiges Bürsten verringert die Haare im Haus.
- Baden: nur bei Bedarf, mit hundegeeignetem Shampoo. Nach dem Baden gründlich trocknen.
- Ohren: regelmäßig kontrollieren, tief hängende Ohren sind schlecht belüftet und neigen nach Wasser, Nässe und Schmutz zu Entzündungen. Nach dem Schwimmen sanft trocknen.
- Pfoten: Die Haare zwischen den Zehen sammeln Schmutz, Grannen und Kletten. Nach Spaziergängen kontrollieren.
- Haut: auf Rötungen, Juckreiz und Hautstellen achten.
- Augen: auf Rötung und Ausfluss achten.
- Zähne: Zahnpflege nicht vergessen.
- Krallen: bei Bedarf kürzen.
- Zecken und Parasiten: besonders in hohem Gras und im Wald, siehe Zecken beim Hund.
Ernährung
Irish Setter sind schlank und sportlich, dabei verbrauchen sie viel Energie. Wählt ein hochwertiges Futter, das zu Alter und Aktivität passt, und achtet darauf, dass der Hund sein Idealgewicht hält, siehe Fettleibigkeit beim Hund. Der Standard beschreibt eine tiefe Brust. Der Irish Setter gehört in Studien zu den Rassen mit dem höchsten Risiko für eine Magendrehung, mehr dazu im Beitrag Magendrehung beim Hund. Füttert deshalb mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen, vermeidet Toben und Aufregung direkt vor und nach dem Fressen und besprecht die Fütterung mit eurer Praxis. Wiegt das Futter ab, rechnet Leckerlis in die Tagesration ein und nutzt den Futtermengen-Rechner. Das Idealgewicht prüft ihr mit dem Idealgewicht-Rechner. Mehr zur Fütterungshäufigkeit im Beitrag Wie oft am Tag sollte ich meinen Hund füttern?. Was nicht in den Napf gehört, zeigt die Ampel-Liste.
Gesundheit: Typische Erkrankungen
Der Standard verlangt, dass nur funktionell und klinisch gesunde Hunde mit rassetypischem Körperbau zur Zucht verwendet werden. Welche Erkrankungen bei einem einzelnen Hund auftreten, lässt sich nicht vorhersagen. Die folgende Übersicht nennt Themen, die beim Irish Setter und bei Hunden dieser Größe und Statur häufiger besprochen werden. Fragt Zuchtverband und Praxis nach den konkreten Zuchtuntersuchungen.
| Thema | Was dahintersteckt | Vorbeugung und Hinweise |
|---|---|---|
| Magendrehung | Bei Irish Settern in Studien deutlich erhöhtes Risiko (tiefer Brustkorb), ein Notfall | Mehrere kleine Mahlzeiten, Ruhe nach dem Fressen, bei Symptomen sofort in die Klinik, mit der Praxis über Vorbeugung sprechen |
| Hüftdysplasie | Fehlentwicklung des Hüftgelenks, kann zu Schmerzen und Arthrose führen | Röntgenbefunde der Elterntiere, schlanke Linie, keine Überlastung im Wachstum |
| Progressive Retina-Atrophie (PRA) | Erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führen kann. Für bestimmte Formen gibt es Gentests | Augenuntersuchung und Gentests der Zuchttiere, Zuchtverband nach Befunden fragen |
| Ohrenentzündungen | Hängeohren sind schlecht belüftet, Feuchtigkeit und Schmutz begünstigen Entzündungen | Regelmäßig kontrollieren, nach Wasser trocknen, bei Geruch oder Kopfschütteln zur Praxis |
| Haut und Allergien | Juckreiz, Rötungen und Hautprobleme kommen bei vielen Rassen vor | Pflege, Tierarzt, Auslöser suchen |
| Epilepsie | Krampfanfälle können bei verschiedenen Rassen vorkommen | Bei Anfällen sofort Tierarzt, Ursachen abklären, Zuchtverband nach Erfahrungen fragen |
| Verletzungen bei Arbeit und Sport | Pfotenverletzungen, Muskel- und Bänderrisse bei viel Tempo | Aufwärmen, angepasste Belastung, Kontrolle nach Touren |
Zur Vorsorge gehören Impfungen und regelmäßige Kontrollen, mehr dazu im Beitrag Impfungen beim Hund.
Kosten: Was ein Irish Setter kostet
Welpenpreise unterscheiden sich je nach Region, Verband, Zuchtlinie und Gesundheitsuntersuchungen. Aktuelle Preise und Wartelisten erfahrt ihr direkt beim Zuchtverein oder Züchter. Sehr niedrige Preise sind ein Warnsignal.
Dazu kommen laufende Kosten für Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Haftpflicht, Zubehör und Training. Beim Irish Setter fallen oft zusätzliche Kosten für Hundeschule, Dummytraining, Hundesport oder Jagdausbildung an. Außerdem kosten Fellpflege, Ohrenreiniger und Bürsten laufend etwas. Rücklagen oder eine Hundekrankenversicherung sind sinnvoll, beachtet Wartezeiten und Ausschlüsse. Mit dem Kostenrechner könnt ihr durchspielen, was monatlich auf euch zukommt. Infos zu Hundesteuer und Hundehaftpflicht findet ihr im Ratgeber.
Welpe: Worauf ihr bei der Wahl achtet
- Seriöse Zucht: Zuchtverbände mit Kontrollen sind ein guter Ausgangspunkt. Besucht den Betrieb, seht Mutter und Geschwister.
- Gesundheitsuntersuchungen: Fragt nach Hüftbefunden, Augenuntersuchung (PRA) und den Erfahrungen in der Linie, etwa mit Magendrehung, Epilepsie oder Allergien.
- Farbe: Laut Standard sattes Kastanienrot ohne Spur von Schwarz, Weiß ist nur an Brust, Kehle und Zehen sowie als kleiner Stern oder schmaler Streifen am Kopf unproblematisch.
- Größe: Wählt Hunde im Rahmen des Standards von 55 bis 67 cm, je nach Geschlecht.
- Arbeits- oder Schönheitslinie: Fragt, ob die Linie eher jagdlich oder eher auf Ausstellungen gezüchtet wird, und seid ehrlich zu euren Plänen. Das beeinflusst Temperament und Auslastungsbedarf.
- Verwechslung vermeiden: Der Irish Red and White Setter ist eine eigene Rasse.
- Sozialisierung: Die Welpen sollten Alltagsgeräusche und Menschen kennenlernen.
- Abgabealter: Nicht vor etwa acht Wochen, mit Impfungen, Entwurmung und Chip.
- Keine Spontankäufe: Vorsicht bei Anzeigen mit niedrigen Preisen oder Übergabe an Parkplätzen. Mehr im Beitrag Welpen kaufen: Worauf ihr achten solltet.
- Tierheim und Tierschutz: Irish Setter und Mischlinge suchen ein Zuhause. Lasst euch zu Wesen, Gesundheit und Alltag ehrlich beraten.
Für wen ist der Irish Setter geeignet?
| Passt gut, wenn ihr … | Überlegt es euch, wenn ihr … |
|---|---|
| aktiv seid und täglich mehrere Stunden Zeit für den Hund habt | wenig Zeit habt oder einen ruhigen Hund sucht |
| den Hund überall mitnehmen könnt | ihn oft stundenlang allein lassen müsstet |
| Nasenarbeit, Dummytraining oder Jagd anbieten wollt | Jagdtrieb nicht trainieren möchtet |
| konsequent und freundlich führt | Anfänger seid und keine Hundeschule besuchen wollt |
| Bürsten und Ohrenkontrolle nicht scheut | Fellpflege lästig findet |
| Natur, Wasser und Weite habt | in einer lauten Innenstadt ohne Auslauf wohnt |
Ob der Irish Setter zu euch passt, hilft euch auch der Rassenfinder. Eine Übersicht über Rassen für Einsteiger findet ihr im Beitrag Hunderassen für Anfänger. Ebenfalls aktive Jagd- und Arbeitshunde sind der Weimaraner und der Magyar Vizsla.
Die ersten Monate mit dem Welpen
| Zeit | Schwerpunkt | Tipps |
|---|---|---|
| Woche 1 bis 4 | Ankommen, Rituale, Stubenreinheit, viel Schlaf | Wenig Besuch, Rückzugsort, ruhige Eingewöhnung |
| Monat 2 bis 4 | Sozialisierung, Grundsignale, Rückruf aufbauen | Viele ruhige Alltagsreize, kurze Übungen, Welpengruppe, Rückrufpfeife einführen |
| Monat 4 bis 8 | Leinenführigkeit, Impulskontrolle, Apportieren, Alleinbleiben | Schleppleine, Ruhe üben, keine langen Läufe |
| Ab Monat 8 | Pubertät, Jagdtrieb, Struktur festigen | Konsequent bleiben, Auslastung steigern, Rückruf festigen |
Irish-Setter-Welpen sind aufgeweckt und verspielt. Rückruf, Impulskontrolle, Alleinbleiben und Ruhe sollten in den ersten Monaten konsequent aufgebaut werden.
Ein typischer Tag
| Zeit | Aktivität |
|---|---|
| Morgens | Lösrunde, längerer Spaziergang oder Training, danach Frühstück |
| Vormittags | Ruhe, Kauartikel, kurze Trainingseinheit |
| Mittags | Lösrunde, Ruhepause |
| Nachmittags | Längere Runde mit Apportieren, Suche oder Sport |
| Abends | Letzte Runde, Fellkontrolle, Mahlzeit in Ruhe, Kuscheln und Schlaf |
Wichtig sind feste Ruhezeiten. Auch ein Irish Setter braucht Erholung, nach dem Fressen besonders.
Urlaub und Reisen mit dem Irish Setter
Mit einem Irish Setter reist ihr am einfachsten mit dem Auto. Plant Platz für Box oder Sicherung, Pausen, Wasser und Schatten. In Zug und Bus gelten Regeln für größere Hunde, siehe Hund im Zug mitnehmen und Urlaub mit Hund. Flüge mit einem Hund dieser Größe sind aufwendig, siehe Hund im Flugzeug mitnehmen. Wählt Ziele, in denen er laufen und schwimmen kann, und sichert ihn an Leine oder Schleppleine, wenn Wild in der Nähe ist. Im Sommer gilt: nie im geparkten Auto lassen, mehr dazu im Beitrag Hitzschlag beim Hund.
Der Irish Setter im Alter
Ab etwa sieben bis acht Jahren gilt der Irish Setter als Senior. Jetzt sind Gelenk-, Herz-, Zahn-, Augen-, Haut- und Blutkontrollen besonders wichtig. Passt Bewegung und Futter an, haltet das Gewicht im Idealbereich und beobachtet Veränderungen bei Beweglichkeit, Sehen, Husten und Ohren. Weiche Liegeplätze, Rampen statt Sprüngen und kürzere Runden halten euren Hund lange fit. Auch im Alter bleiben Nasenarbeit und ruhige Spiele wichtig.
Mythen über den Irish Setter
| Mythos | Was wirklich gilt |
|---|---|
| Der Irish Setter ist nur ein schöner Ausstellungshund | Der Standard nennt ihn Jagdhund und Familienhund und ordnet ihn bei den Vorstehhunden „mit Arbeitsprüfung“ ein. |
| Er braucht nur lange Spaziergänge | Er braucht Kopfarbeit, Nasenarbeit und Gesellschaft. |
| Er ist von Natur aus gehorsam | Er ist intelligent und lernbereit, aber eigenständig und leicht ablenkbar. |
| Irish Setter und Irish Red and White Setter sind dasselbe | Es sind zwei eigenständige FCI-Rassen mit eigenen Standards. |
| Langes Fell heißt Dauerbürsten | Regelmäßige Pflege reicht, entscheidend sind Befederung, Ohren und Pfoten. |
Häufige Fragen
Ist der Irish Setter ein guter Anfängerhund?
Eher nein, vor allem wenn ihr wenig Zeit habt. Er ist temperamentvoll, jagdlich motiviert und braucht viel Auslastung. Mit viel Zeit, Lernbereitschaft, Hundeschule und Unterstützung kann es klappen, aber er braucht mehr Aufmerksamkeit als viele andere Rassen.
Wie viel Bewegung braucht ein Irish Setter?
Mehrere Stunden täglich, dazu Kopfarbeit wie Nasenarbeit, Apportieren oder Training. Bei Junghunden angepasst an Wachstum und Gelenke.
Haart der Irish Setter?
Ja, er verliert Haare und braucht regelmäßige Fellpflege. Bürsten verringert die Haare im Haus und beugt Verfilzungen vor.
Kann der Irish Setter allein bleiben?
Nur in kleinen Schritten und begrenzt. Er ist menschenbezogen und leidet unter langem Alleinsein.
Wie groß wird ein Irish Setter?
Laut Standard 58 bis 67 cm bei Rüden und 55 bis 62 cm bei Hündinnen. Ein Gewicht ist im Standard nicht festgelegt.
Ist der Irish Setter für Kinder geeignet?
Er kann ein guter Familienhund sein, ist aber lebhaft und kräftig. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein.
Sind Irish Setter für Allergiker geeignet?
Irish Setter haaren, und für Allergiker sind sie in der Regel nicht besonders geeignet. Testet vor einer Anschaffung den Kontakt und sprecht mit eurer Ärztin.
Fazit
Der Irish Setter ist ein eleganter, temperamentvoller und freundlicher Jagdhund mit feiner Nase und großem Bewegungsbedarf. Er braucht Bewegung, Aufgaben, einfühlsame, konsequente Erziehung und vor allem Nähe. Wer ihm das bietet, Fellpflege nicht scheut und eine gesunde Zucht wählt, bekommt einen lebhaften, anhänglichen Begleiter, aber keinen Hund, der nebenbei mitläuft.
Weiterlesen
- Weimaraner: Wesen, Haltung, Auslastung, Gesundheit und Kosten
- Magyar Vizsla: Wesen, Haltung, Auslastung, Gesundheit und Kosten
- Magendrehung beim Hund: Symptome, Notfall und Vorbeugung
- Rassenfinder: Welche Hunderasse passt zu euch?
- Alle Hunderassen im Überblick
Bildquellen: liza_m / Adobe Stock (#105074651); glenkar / Adobe Stock (#300732615); JackF / Adobe Stock (#80271719); foto8tik / Adobe Stock (#138927116); Kseniya Abramova / Adobe Stock (#147950798)
Stand: November 2026. Dieser Beitrag wurde redaktionell vom Hundefreund-Team erstellt und dient der Orientierung. Er ersetzt keine Beratung durch eine Tierarztpraxis oder einen seriösen Züchter. Angaben zu Gewicht, Lebenserwartung und Kosten sind Richtwerte, die Gesundheitsangaben ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.
