Weimaraner: Wesen, Haltung, Auslastung, Gesundheit und Kosten

Der Weimaraner fällt sofort auf: silbergraues Fell, helle Augen und ein eleganter, muskulöser Körper. Hinter dem edlen Äußeren steckt ein vielseitiger Jagdhund mit viel Temperament, großer Ausdauer und enger Bindung an seine Menschen. Er will arbeiten, sich bewegen und gefordert werden, und er ist kein Hund, der es sich gern den ganzen Tag auf dem Sofa gemütlich macht. In diesem ausführlichen Porträt erfahrt ihr, was den Weimaraner ausmacht, was er im Alltag verlangt, welche Gesundheitsthemen ihr kennen solltet und für wen die Rasse wirklich geeignet ist.

! Gelb: Ehrlich vorabDer Weimaraner ist ein leistungsbereiter Jagdhund mit Jagdtrieb und großem Bewegungsbedarf. Er braucht Arbeit, klare Führung und viel Zeit mit seinen Menschen. Ohne Auslastung entwickelt er schnell Probleme wie Unruhe, Zerstörungslust oder eigenmächtiges Jagen.

Steckbrief: Weimaraner auf einen Blick

MerkmalAngabe
FCI-GruppeGruppe 7: Vorstehhunde, Sektion Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque, mit Gebrauchsprüfung
HerkunftDeutschland
VerwendungLaut Standard vielseitiger Jagdhund für Feld, Wald und Wasser, vor und nach dem Schuss
Größe (Widerristhöhe)Laut Standard bei Rüden 59 bis 70 cm, bei Hündinnen 57 bis 65 cm
GewichtLaut Standard bei Rüden etwa 30 bis 40 kg, bei Hündinnen etwa 25 bis 35 kg
FellKurzhaar mit glattem, dichtem Deckhaar, daneben gibt es eine Langhaarvariante
FarbenSilber-, Reh- oder Mausgrau sowie Schattierungen davon
LebenserwartungWie bei vielen großen Rassen liegt die Lebenserwartung meist bei etwa 10 bis 12 Jahren, mit großer Streuung
CharakterLeistungsbereit, bindungsstark, passioniert, lernfähig, sensibel
BewegungsbedarfSehr hoch: mehrere Stunden täglich, plus Kopfarbeit
EignungAktive, erfahrene Menschen, am besten mit jagdlicher oder gleichwertiger Auslastung

Die Angaben entsprechen dem FCI-Rassestandard beziehungsweise Erfahrungswerten. Einzelne Hunde können abweichen.

Porträt eines Weimaraners mit hellen Augen

Herkunft und Geschichte

Der Weimaraner stammt aus Deutschland. Der FCI-Standard sagt, dass es zur Herkunft zahlreiche Theorien gibt. Sicher sei nur, dass der Weimaraner, der damals noch viel Leithund-Blut enthielt, schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts am Weimarer Hof gehalten wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts, bevor die reine Zucht begann, lag die Zucht vor allem in den Händen von Berufsjägern und Jagdaufsehern in Mitteldeutschland, meist in der Gegend um Weimar und in Thüringen. Mit dem Ende der Leithunde wurden die Hunde mit dem Hühnerhund gekreuzt und diese Kreuzung weitergezüchtet.

Ab etwa 1890 wurde die Rasse planmäßig gezüchtet und als geeignet für die Eintragung in ein Zuchtbuch angesehen. Neben dem Kurzhaar-Weimaraner trat vereinzelt seit der Jahrhundertwende auch eine Langhaarvariante auf. Seit der Aufnahme ins Zuchtbuch wurde der Weimaraner reinrassig gezüchtet, in der Regel frei von Kreuzungen mit anderen Rassen, insbesondere Pointern. Er gilt deshalb laut Standard wahrscheinlich als älteste deutsche Vorstehhundrasse, die seit 1900 reinrassig gezüchtet wird.

Aussehen: Was der Standard beschreibt

Der Standard beschreibt einen mittelgroßen bis großen Jagdhund von funktionalem Arbeitstyp, ansprechend in der Form, sehnig und sehr muskulös. Rüden und Hündinnen lassen sich im Typ leicht unterscheiden. Die Körperlänge zur Widerristhöhe verhält sich etwa wie 12 zu 11, der Hund ist also leicht länger als hoch. Er ist hochläufig, mit langem, schrägem Schulterblatt und kräftiger, sehniger Hinterhand.

  • Größe und Gewicht: Rüden 59 bis 70 cm und etwa 30 bis 40 kg, Hündinnen 57 bis 65 cm und etwa 25 bis 35 kg. Eine Abweichung von mehr als 2 cm außerhalb der Größe gilt als Ausschlussfehler.
  • Fell: Beim Kurzhaar ist das Deckhaar kurz (aber länger und dichter als bei den meisten vergleichbaren Rassen), kräftig, sehr dicht und glatt anliegend, ohne oder nur mit sehr spärlicher Unterwolle. Das Langhaar ist weich, lang, glatt oder leicht gewellt, mit oder ohne Unterwolle.
  • Farben: Silber-, Reh- oder Mausgrau sowie Schattierungen davon. Kopf und Behang sind meist etwas heller, kleine weiße Abzeichen sind nur an Brust und Zehen erlaubt. Blaue oder gelbliche bis bräunliche Töne gelten als Ausschlussfehler.
  • Augen: Bernsteinfarben, von dunkel bis hell, mit intelligentem Ausdruck. Bei Welpen sind sie laut Standard himmelblau.
  • Rute: Beim Ruhen hängend, bei Aufmerksamkeit oder Arbeit waagerecht oder höher getragen. Wo es das Gesetz erlaubt, ist laut Standard bei jagdlich geführten Kurzhaar-Weimaranern eine angemessene Kupierung zulässig. In Deutschland ist das Kupieren der Rute in der Regel verboten und kein Zeichen für einen guten Hund.
  • Ohren: Breit und ziemlich lang, bis zum Mundwinkel reichend, hoch und schmal angesetzt.

Wesen und Charakter

Der Standard beschreibt den Weimaraner als vielseitigen, leicht führbaren, standhaften und passionierten Jagdhund. Er sucht ausdauernd und systematisch, ohne zu stürmisch zu sein, hat eine bemerkenswerte Nasenleistung und ist bereit, Wild und andere Beute zu packen. Er ist ein guter Wachhund, ohne aggressiv zu sein, ein zuverlässiger Vorstehhund und Wasserarbeiter und neigt bemerkenswert zur Arbeit nach dem Schuss. Aggressivität und übertriebene Scheu sind Ausschlussfehler.

Das bringt ein Weimaraner mit

  • Jagdpassion: Er hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und eine hervorragende Nase. Das ist Rassemerkmal, kein Erziehungsfehler.
  • Bindung: Er hängt sehr an seinen Menschen und möchte dabei sein. Langes Alleinsein tut ihm nicht gut.
  • Energie und Ausdauer: Er braucht viel Bewegung und Beschäftigung, körperlich und geistig.
  • Lernfähigkeit: Er lernt schnell, aber auch Unerwünschtes, und braucht klare, faire Führung.
  • Sensibilität: Er reagiert auf Stimmungen und verträgt Härte schlecht.
  • Eigenständigkeit: Er entscheidet beim Jagen gern selbst, Rückruf braucht deshalb viel Training.
Weimaraner rennt mit einem Stock durchs flache Wasser

Haltung und Alltag

Bewegung und Beschäftigung

Ein Weimaraner braucht mehr als Spaziergänge. Er ist ein Arbeitshund und will Aufgaben. Geeignet sind:

  • Jagdliche Arbeit: Für viele Weimaraner die ideale Auslastung. Manche Zuchtvereine geben Welpen bevorzugt an Jäger ab, fragt danach.
  • Nasenarbeit: Mantrailing, Fährtenarbeit, Suchspiele und Dummytraining sprechen seine Anlagen an.
  • Apportieren und Wasserarbeit: Er apportiert gern und arbeitet auch im Wasser.
  • Laufen, Radfahren und Wandern: Mit dem ausgewachsenen Hund und mit Blick auf die Gelenke. Bei Junghunden sind lange Strecken und Hartbelag zu vermeiden.
  • Training und Tricks: Denkspiele helfen, Ideen findet ihr im Beitrag Intelligenzspielzeug für Hunde.
  • Ruhezeiten: Auch ein Weimaraner braucht Schlaf und Pausen, lernt aber oft schwer, zur Ruhe zu kommen. Ruhe muss geübt werden.

Wohnung, Haus, Garten

Ein Weimaraner ist kein typischer Wohnungshund. Er braucht Platz, Auslauf und viel Zeit draußen. Ein sicher und hoch eingezäunter Garten ist von Vorteil, ersetzt aber keine Spaziergänge, Arbeit und Training. Weimaraner können Zäune überspringen oder Löcher graben. Das Alleinbleiben muss in kleinen Schritten geübt werden und sollte begrenzt bleiben, mehr dazu im Beitrag Hund alleine lassen.

Familie und Kinder

Weimaraner können gute Familienhunde sein, wenn sie ausgelastet sind und bei ihrer Familie leben. Wegen ihrer Größe und Energie sind sie für kleine Kinder oft zu stürmisch. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein, und der Hund braucht einen Rückzugsort.

Weimaraner steht seitlich auf einer Wiese

Erziehung und Training

Der Weimaraner ist intelligent und lernfähig, aber auch selbstbewusst und sensibel. Er braucht klare, faire Regeln, Konsequenz und Abwechslung. Härte und Schimpfen verunsichern ihn oder führen zu Dickköpfigkeit. Arbeitet mit guter Belohnung, kurzen Einheiten und früh mit Impulskontrolle.

ThemaTypische HerausforderungWas hilft
Jagdtrieb und RückrufStürmt Wild nach, hört nicht mehrFrüh Rückruf aufbauen, Schleppleine, Pfeife, Jagdersatz-Training
LeinenführigkeitZieht mit viel KraftGeschirr, Belohnung für lockere Leine, Ruhe vor dem Losgehen
AlleinbleibenTrennungsstress, Zerstören, JaulenKleinschrittig üben, Rituale, Auslastung vor dem Alleinsein
UnruheKommt schwer zur RuheRuhetraining, feste Pausen, Decke, Kauartikel
HundebegegnungenFreundlich bis stürmisch, manchmal forschRuhige Begegnungen üben, Abbruchsignal
AnspringenBegrüßt stürmischVier Pfoten am Boden belohnen, konsequent bleiben
Pflege akzeptierenMag Untersuchungen nichtFrüh und positiv gewöhnen

Eine Hundeschule mit gewaltfreien Methoden und Erfahrung mit Jagdhunden ist empfehlenswert, ebenso ein Anti-Jagd-Training, wenn ihr den Hund nicht jagdlich führt.

Pflege

  • Bürsten: Das kurze Fell braucht wenig Pflege, einmal pro Woche mit Gummibürste oder Handschuh reicht. Beim Langhaar ist mehr Bürsten nötig.
  • Haaren: Auch Kurzhaar-Weimaraner verlieren Haare, vor allem im Fellwechsel.
  • Baden: nur bei Bedarf, mit hundegeeignetem Shampoo.
  • Ohren: regelmäßig kontrollieren, Hängeohren neigen bei Nässe und Schmutz zu Entzündungen.
  • Augen: auf Rötung und Ausfluss achten, der Standard nennt Lidfehlstellungen als Ausschlussfehler.
  • Haut und Pfoten: nach Spaziergängen auf Verletzungen, Grannen und Zecken prüfen.
  • Zähne: Zahnpflege nicht vergessen.
  • Krallen: bei Bedarf kürzen, auf hartem Boden laufen sie sich oft selbst ab.
  • Zecken und Parasiten: besonders in hohem Gras und im Wald, siehe Zecken beim Hund.
Tierärztin und Tierarzt untersuchen einen Weimaraner

Ernährung

Weimaraner haben einen tiefen Brustkorb, daher ist Magendrehung ein Thema. Füttert zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen, vermeidet Toben und Aufregung direkt vor und nach dem Fressen und besprecht die Fütterung mit eurer Praxis. Aktive Hunde brauchen reichlich Energie, achtet aber auch bei ihnen auf Idealgewicht, siehe Fettleibigkeit beim Hund. Wiegt das Futter ab, rechnet Leckerlis in die Tagesration ein und nutzt den Futtermengen-Rechner. Das Idealgewicht prüft ihr mit dem Idealgewicht-Rechner. Mehr zur Fütterungshäufigkeit im Beitrag Wie oft am Tag sollte ich meinen Hund füttern?. Was nicht in den Napf gehört, zeigt die Ampel-Liste.

Gesundheit: Typische Erkrankungen

Weimaraner gelten als leistungsfähige Arbeitshunde, haben aber einige rassetypische Risiken, die ihr kennen solltet. Seriöse Zuchtverbände untersuchen ihre Zuchttiere gezielt.

ErkrankungWas dahinterstecktVorbeugung und Hinweise
MagendrehungBei großen, tiefbrüstigen Hunden möglich, ein NotfallMehrere kleine Mahlzeiten, Ruhe nach dem Fressen, bei Symptomen sofort in die Klinik
Hüft- und EllbogendysplasieFehlentwicklung der Gelenke, kann zu Schmerzen und Arthrose führenRöntgenbefunde der Elterntiere, schlanke Linie, keine Überlastung im Wachstum
LidfehlstellungenEntropium (Lid nach innen) und Ektropium (Lid nach außen), im Standard als Ausschlussfehler genanntAugenuntersuchung der Zuchttiere, bei Reizung zur Praxis
WachstumsstörungenHypertrophe Osteodystrophie (HOD) tritt beim Weimaraner im Welpenalter gehäuft auf und scheint erblich mitbedingt zu sein: Schübe mit Fieber, Schmerzen und geschwollenen GelenkenNach HOD in der Linie fragen, Welpen nicht überfüttern oder mit Zusätzen versorgen, bei Fieber oder Lahmheit sofort zur Praxis
Hauterkrankungen und AllergienJuckreiz, Rötungen, OhrenentzündungenPflege, Tierarzt, Auslöser suchen
Verletzungen bei der ArbeitPfotenverletzungen, Muskel- und Bänderrisse bei viel SportAufwärmen, angepasste Belastung, Kontrolle nach Touren
Angst- und StressverhaltenTrennungsstress und Geräuschempfindlichkeit kommen vorFrühe Sozialisierung, Training, siehe Hund hat Angst vor Gewitter
✗ Rot: Notfall MagendrehungWenn dein Weimaraner einen aufgeblähten, harten Bauch hat, würgt ohne zu erbrechen, unruhig ist und stark speichelt, geh sofort zur Tierarztpraxis oder Klinik. Eine Magendrehung kann innerhalb weniger Stunden tödlich enden.

Zur Vorsorge gehören Impfungen und regelmäßige Kontrollen, mehr dazu im Beitrag Impfungen beim Hund.

Kosten: Was ein Weimaraner kostet

Seriöse Züchter verlangen für Welpen oft etwa 1.500 bis 2.500 Euro, je nach Region, Verband, Fellvariante und Gesundheitsuntersuchungen. Das ist eine grobe Orientierung, aktuelle Preise erfahrt ihr beim Zuchtverein. Sehr niedrige Preise sind ein Warnsignal.

Dazu kommen laufende Kosten für Futter, Tierarzt, Hundesteuer, Haftpflicht, Zubehör und Training. Beim Weimaraner fallen oft zusätzliche Kosten für Hundeschule, Dummytraining, Jagdausbildung oder Sportkurse an. Behandlungen bei Magendrehung oder Gelenkproblemen können teuer werden. Rücklagen oder eine Hundekrankenversicherung sind sinnvoll, beachtet Wartezeiten und Ausschlüsse. Mit dem Kostenrechner könnt ihr durchspielen, was monatlich auf euch zukommt. Infos zu Hundesteuer und Hundehaftpflicht findet ihr im Ratgeber.

Welpe: Worauf ihr bei der Wahl achtet

  • Seriöse Zucht: Zuchtverbände mit Kontrollen sind ein guter Ausgangspunkt. Besucht den Betrieb, seht Mutter und Geschwister.
  • Gesundheitsuntersuchungen: Fragt nach Hüft- und Ellbogenbefunden, Augenuntersuchung und den Erfahrungen mit Magendrehung in der Linie.
  • Farben: Zulässig sind laut Standard Silber-, Reh- und Mausgrau sowie Schattierungen, blaue Töne gelten als Ausschlussfehler.
  • Größe: Wählt Hunde im Rahmen des Standards von 57 bis 70 cm, je nach Geschlecht.
  • Aufzucht: Welpen sollten im Haus, mit Menschen und Alltagsgeräuschen aufwachsen.
  • Vergabe: Fragt, ob der Verein Welpen bevorzugt an Jäger abgibt, und seid ehrlich zu euren Plänen.
  • Sozialisierung: Die Welpen sollten Alltagsgeräusche und Menschen kennenlernen.
  • Abgabealter: Nicht vor etwa acht Wochen, mit Impfungen, Entwurmung und Chip.
  • Keine Spontankäufe: Vorsicht bei Anzeigen mit niedrigen Preisen oder Übergabe an Parkplätzen. Mehr im Beitrag Welpen kaufen: Worauf ihr achten solltet.
  • Tierheim und Tierschutz: Weimaraner und Mischlinge suchen ein Zuhause. Lasst euch zu Wesen, Gesundheit und Alltag ehrlich beraten.

Für wen ist der Weimaraner geeignet?

Passt gut, wenn ihr …Überlegt es euch, wenn ihr …
sehr aktiv seid und täglich mehrere Stunden Zeit habtwenig Zeit habt oder einen ruhigen Hund sucht
jagdlich oder mit Nasenarbeit auslasten könntJagdtrieb nicht trainieren möchtet
Erfahrung mit sensiblen, starken Hunden mitbringtAnfänger seid und keine Hundeschule besuchen wollt
Haus und Garten habtin einer kleinen Stadtwohnung ohne Auslauf wohnt

Ob der Weimaraner zu euch passt, hilft euch auch der Rassenfinder. Eine Übersicht über Rassen für Einsteiger findet ihr im Beitrag Hunderassen für Anfänger. Ebenfalls aktive und sportliche Rassen sind der Border Collie und der Australian Shepherd.

Die ersten Monate mit dem Welpen

ZeitSchwerpunktTipps
Woche 1 bis 4Ankommen, Rituale, Stubenreinheit, viel SchlafWenig Besuch, Rückzugsort, ruhige Eingewöhnung
Monat 2 bis 4Sozialisierung, Grundsignale, Rückruf aufbauenViele ruhige Alltagsreize, kurze Übungen, Welpengruppe, Rückrufpfeife einführen
Monat 4 bis 8Leinenführigkeit, Impulskontrolle, ApportierenGeschirr, Schleppleine, Ruhe üben, keine langen Läufe
Ab Monat 8Pubertät, Jagdtrieb, Struktur festigenKonsequent bleiben, Auslastung steigern, Rückruf festigen

Weimaraner entwickeln früh Jagdinteresse. Rückruf, Impulskontrolle und Ruhe sollten in den ersten Monaten konsequent aufgebaut werden.

Ein typischer Tag

ZeitAktivität
MorgensLösrunde, längerer Spaziergang oder Training, danach Frühstück
VormittagsRuhe, Kauartikel, kurze Trainingseinheit
MittagsLösrunde, Ruhepause
NachmittagsLängere Runde mit Apportieren, Suche oder Sport
AbendsLetzte Runde, Mahlzeit in Ruhe, Kuscheln und Schlaf

Wichtig sind feste Ruhezeiten. Auch ein Weimaraner braucht Erholung, nach dem Fressen besonders.

Urlaub und Reisen mit dem Weimaraner

Mit einem Weimaraner reist ihr am einfachsten mit dem Auto. Plant Platz für Box oder Sicherung, Pausen, Wasser und Schatten. In Zug und Bus gelten Regeln für große Hunde, siehe Hund im Zug mitnehmen und Urlaub mit Hund. Flüge mit einem Hund dieser Größe sind aufwendig, siehe Hund im Flugzeug mitnehmen. Wählt Ziele, in denen er laufen und schwimmen kann, und sichert ihn an Leine oder Schleppleine, wenn Wild in der Nähe ist. Im Sommer gilt: nie im geparkten Auto lassen, mehr dazu im Beitrag Hitzschlag beim Hund.

Der Weimaraner im Alter

Mit etwa acht bis neun Jahren gilt der Weimaraner als Senior. Jetzt sind Gelenk-, Herz-, Zahn-, Haut- und Blutkontrollen besonders wichtig. Passt Bewegung und Futter an, haltet das Gewicht im Idealbereich und beobachtet Hautveränderungen, Husten und Beweglichkeit. Weiche Liegeplätze, Rampen statt Sprüngen und kürzere Runden halten euren Hund lange fit, auch wenn er innerlich noch ein Jäger ist.

Mythen über den Weimaraner

MythosWas wirklich gilt
Der Weimaraner ist ein ruhiger FamilienhundEr ist ein leistungsbereiter Jagdhund mit viel Energie.
Jagdtrieb kann man wegerziehenMan kann ihn lenken und kontrollieren, nicht abschaffen.
Weimaraner sind nur grauDer Standard nennt Silber-, Reh- und Mausgrau, mit Schattierungen.
Er braucht nur lange SpaziergängeEr braucht Kopfarbeit, Training und eine Aufgabe.
Blaue Augen bleibenDie himmelblauen Welpenaugen werden später bernsteinfarben.

Häufige Fragen

Ist der Weimaraner ein guter Anfängerhund?

Eher nein. Er ist sensibel, kräftig, jagdlich motiviert und sehr aktiv. Mit viel Zeit, Hundeschule und Unterstützung kann es klappen, es braucht aber Erfahrung oder Bereitschaft, viel zu lernen.

Wie viel Bewegung braucht ein Weimaraner?

Mehrere Stunden täglich, dazu Kopfarbeit wie Nasenarbeit, Apportieren oder Training. Bei Junghunden angepasst an Wachstum und Gelenke.

Haart der Weimaraner?

Ja, auch das kurze Fell wird gewechselt. Regelmäßiges Bürsten mit Gummibürste reduziert die Haare im Haus.

Kann der Weimaraner allein bleiben?

Nur in kleinen Schritten und begrenzt. Er ist sehr menschenbezogen und leidet unter langem Alleinsein.

Warum haben Weimaraner-Welpen blaue Augen?

Laut Standard sind die Augen der Welpen himmelblau. Im Lauf der Zeit färben sie sich in Bernsteintöne von dunkel bis hell um.

Ist der Weimaraner für Kinder geeignet?

Er kann ein guter Familienhund sein, ist aber groß und stürmisch. Kinder und Hund sollten nie unbeaufsichtigt sein.

Sind Weimaraner für Allergiker geeignet?

Kurzhaar-Weimaraner haaren, und für Allergiker sind sie in der Regel nicht besonders geeignet. Testet vor einer Anschaffung den Kontakt und sprecht mit eurer Ärztin.

Fazit

Der Weimaraner ist ein eleganter, leistungsbereiter und eng gebundener Jagdhund mit viel Temperament. Er braucht Arbeit, Bewegung, klare Erziehung und viel Zeit mit seinen Menschen. Wer ihm das bietet und eine gesunde Zucht wählt, bekommt einen loyalen, vielseitigen Partner, aber keinen Hund, der nebenbei mitläuft.

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Stand: November 2026. Dieser Beitrag wurde redaktionell vom Hundefreund-Team erstellt und dient der Orientierung. Er ersetzt keine Beratung durch eine Tierarztpraxis oder einen seriösen Züchter. Angaben zu Größe, Gewicht und Kosten sind Richtwerte, die Gesundheitsangaben ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.