Impfungen beim Hund: Ab wann, welche und wie oft?

Impfungen gehören zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen im Hundeleben. Sie schützen vor Krankheiten, die früher oft tödlich verliefen und auch heute noch vorkommen, etwa Staupe oder Parvovirose. Gleichzeitig gibt es viele Fragen: Ab wann darf ein Welpe geimpft werden, welche Impfungen sind nötig, wie oft muss aufgefrischt werden, und was ist mit Nebenwirkungen? Dieser Ratgeber gibt euch einen Überblick, was in der Regel empfohlen wird, wie ein typischer Impfplan aussieht und worauf ihr bei Terminen achten könnt.

Kurz gesagtWelpen bekommen ihre Grundimmunisierung ab etwa acht Wochen in mehreren Terminen, danach folgen Auffrischungen im Abstand von einem bis drei Jahren, je nach Impfstoff. Welche Impfungen für euren Hund passen, entscheidet ihr gemeinsam mit eurer Tierarztpraxis, abgestimmt auf Lebensumfeld, Reisen und Gesundheit.

Warum impfen sinnvoll ist

Impfungen bereiten das Immunsystem auf bestimmte Erreger vor. Kommt der Hund später mit dem echten Erreger in Kontakt, kann der Körper schneller und stärker reagieren. Das schützt nicht nur den einzelnen Hund, sondern auch andere: Je mehr Hunde geimpft sind, desto seltener breiten sich Erkrankungen aus. Gerade Welpen sind gefährdet, weil sie noch keinen vollständigen Schutz haben. Der sogenannte maternale Schutz durch die Antikörper der Mutter lässt in den ersten Lebenswochen nach, und die eigene Immunantwort muss erst aufgebaut werden.

Welche Krankheiten verhindert die Impfung?

ErkrankungWas passiert?Wie wird sie übertragen?
StaupeVirus, das Atemwege, Darm und Nerven angreift, kann tödlich seinKontakt mit Sekreten infizierter Tiere, auch über Wildtiere
ParvoviroseSchwerer Durchfall und Erbrechen, besonders gefährlich für WelpenKot infizierter Hunde, das Virus bleibt lange in der Umwelt
Hepatitis contagiosa canis (HCC)Leberentzündung, kann tödlich verlaufenKontakt mit Urin, Kot und Speichel
LeptospiroseBakterien, die Nieren und Leber schädigen, auch für Menschen gefährlichKontakt mit Urin infizierter Tiere, Pfützen, Gewässer, Nagetiere
TollwutIn Deutschland bei Landtieren ausgerottet, aber für Reisen und Kontakt mit Fledermäusen relevantBiss infizierter Tiere
ZwingerhustenInfektion der Atemwege, meist unangenehm, selten schwerTröpfcheninfektion, vor allem in Gruppen

Die wichtigsten Krankheiten, die eine Grundimmunisierung abdeckt, sind Staupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose und Leptospirose, oft in einer Kombinationsimpfung. Die Tollwutimpfung wird getrennt gegeben und ist zum Beispiel für Reisen ins Ausland vorgeschrieben.

Tierarzt verabreicht einem Hund eine Impfung

Der typische Impfplan für Welpen

Der genaue Plan richtet sich nach dem verwendeten Impfstoff und der Empfehlung eurer Praxis. Ein üblicher Ablauf sieht so aus:

AlterTypische ImpfungHinweise
8 WochenErste Kombinationsimpfung (Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose)Gesundheitscheck, Entwurmung nach Plan
12 WochenZweite Kombinationsimpfung, TollwutAb diesem Alter ist die Tollwutimpfung üblich
Ca. 15 bis 16 WochenWiederholung nach PraxisempfehlungJe nach Impfstoff und Risiko
Ca. 15 MonateAuffrischung der GrundimmunisierungWichtig für langfristigen Schutz

Es gibt Abweichungen, zum Beispiel bei Welpen mit verfrühten Impfungen oder bei besonderer Gefährdung. Der Impfpass dokumentiert alle Termine, Impfstoffe und Chargen. Bewahrt ihn sicher auf, ihr braucht ihn für Hundeschule, Pension und Reisen.

Ab wann darf der Welpe nach draußen?

Viele Praxen empfehlen, den Kontakt mit unbekannten Hunden und stark frequentierten Orten zu meiden, bis die Grundimmunisierung abgeschlossen ist und der Impfschutz aufgebaut wurde. Das dauert in der Regel etwa eine Woche nach der letzten Impfung der Grundimmunisierung. Das bedeutet nicht, dass der Welpe bis dahin im Haus sitzen muss: Die frühe Sozialisierung ist wichtig. Fragt eure Praxis nach sicheren Möglichkeiten, etwa Besuche bei gesunden, geimpften Hunden, Spaziergänge an ruhigen Orten und Welpenspielgruppen mit Impfnachweis. Wie das Lösen draußen in dieser Zeit klappt, steht im Beitrag Welpe stubenrein bekommen.

Auffrischungen bei erwachsenen Hunden

Der Schutz einer Impfung hält unterschiedlich lange an. Bei manchen Erkrankungen genügen Wiederholungen im Abstand von drei Jahren, bei anderen ist ein jährlicher Rhythmus üblich. Leptospirose zum Beispiel erfordert meist jährliche Auffrischungen, weil der Schutz kürzer anhält. Wie oft ihr auffrischen solltet, besprecht ihr mit der Praxis. Einige Impfstoffe sind für drei Jahre zugelassen, andere für ein Jahr.

Der Titer-Test als Alternative

Statt automatisch aufzufrischen, kann die Praxis den Antikörperspiegel (Titer) im Blut bestimmen. Ein hoher Wert zeigt, dass noch Schutz besteht. Das Verfahren ist aber nicht für alle Erkrankungen und Impfstoffe gleich aussagekräftig und kostet oft mehr als die Impfung. Ob es für euren Hund sinnvoll ist, klärt ihr mit der Tierärztin oder dem Tierarzt.

Zusätzliche Impfungen: Wann sind sie sinnvoll?

ImpfungWann sinnvoll?
Zwingerhusten (Bordetella, Parainfluenza)Hundepension, Hundeschule, Kontakt zu vielen Hunden, oft auf Verlangen der Einrichtung
BorrelioseHunde in Gebieten mit hoher Zeckendichte, Rücksprache mit der Praxis, siehe Zecken beim Hund
LeishmanioseReisen in südeuropäische Länder, Rücksprache vor der Reise
TollwutAuslandsreisen, Hundepensionen, EU-Heimtierausweis

Nicht jeder Hund braucht jede Impfung. Lebensumfeld und Risiko entscheiden mit, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.

Vor der Impfung: Das solltet ihr beachten

  • Euer Hund sollte gesund sein, ohne Fieber, Durchfall oder akute Erkrankung.
  • Plant die Entwurmung nach Praxisempfehlung vor der Impfung ein.
  • Teilt der Praxis Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Reaktionen auf Impfungen mit.
  • Plant den Tag nach der Impfung ruhig, ohne große Anstrengung oder lange Reisen.
  • Bringt den Impfpass mit, auch wenn er nur ein Eintrag ist.

Nebenwirkungen: Was ist normal, was nicht?

Leichte Reaktionen nach der Impfung sind häufig und kein Grund zur Sorge:

  • Müdigkeit und verringerter Appetit für ein bis zwei Tage
  • Leichte Schwellung oder Druckschmerz an der Einstichstelle
  • Kurzzeitig erhöhte Temperatur
✕ Notfall: Allergische ReaktionSchwellungen im Gesicht, Atemnot, anhaltendes Erbrechen, starker Durchfall, Kreislaufprobleme oder Kollaps nach der Impfung sind ein Notfall. Meldet euch sofort in der Praxis oder fahrt in die Tierklinik.

Solche schweren Reaktionen sind selten, passieren aber meist innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Impfung. Deshalb bleiben viele Halter nach dem Termin noch eine Weile in der Nähe der Praxis oder planen den Rest des Tages in Ruhe.

Frau mit Spitz im Gespräch mit der Tierärztin

Mythen rund ums Impfen

MythosWas stimmt
„Ein Hund, der nie rauskommt, braucht keine Impfungen.“Viele Erreger werden über Menschen, Schuhe, andere Tiere oder Umwelt eingeschleppt.
„Impfungen schwächen das Immunsystem.“Sie trainieren es für bestimmte Erreger. Bei Gesunden ist das gut verträglich.
„Einmal geimpft, immer geschützt.“Der Schutz lässt je nach Impfstoff nach und muss aufgefrischt werden.
„Ältere Hunde müssen nicht mehr geimpft werden.“Gerade Senioren profitieren oft von Schutz, besprecht den Plan mit der Praxis.
„Mein Hund hat die Impfung schlecht vertragen, also nie wieder.“Besprecht die Reaktion mit der Praxis, oft gibt es Alternativen oder angepasste Vorgehensweisen.

Impfung und Reise

Wer mit dem Hund ins Ausland reist, braucht in der Regel einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und einen gültigen Tollwutschutz. Die genauen Regeln hängen vom Zielland ab, zum Beispiel gibt es zusätzliche Vorschriften für Großbritannien, Irland, Malta oder Norwegen. Informiert euch frühzeitig, denn Tollwutimpfungen müssen oft mehrere Wochen vor der Einreise erfolgt sein. Mehr zur Reiseplanung findet ihr im Beitrag Urlaub mit Hund.

Checkliste für den Impftermin

  1. Impfpass und Heimtierausweis mitnehmen.
  2. Hund vorher Gelegenheit zum Lösen geben.
  3. Fragen aufschreiben, zum Beispiel zu Zusatzimpfungen oder Reisen.
  4. Auf Anzeichen von Krankheit achten, die vorher auffielen.
  5. Nach dem Termin Ruhe einplanen, keine lange Autofahrt oder Hundeschule am selben Tag.
  6. Beim Auftreten ungewöhnlicher Reaktionen die Praxis anrufen.
  7. Nächsten Termin eintragen oder die Praxis um eine Erinnerung bitten.

Was bedeuten Abkürzungen wie SHPPi oder DHPPi?

Auf dem Impfpass stehen oft Buchstabenkombinationen. Sie fassen die Bestandteile einer Kombinationsimpfung zusammen:

BuchstabeSteht fürSchützt vor
S oder DStaupe (Distemper)Staupevirus
HHepatitis contagiosa canisAdenovirus, Leberentzündung
PParvoviroseParvovirus, Darminfektion
PiParainfluenzaAtemwegsvirus, Teil des Zwingerhustens
LLeptospiroseBakterien der Gattung Leptospira
TTollwutTollwutvirus

Welche Bestandteile euer Hund bekommt, legt die Praxis fest. Mit Blick in den Impfpass erkennt ihr, welche Impfungen schon gegeben wurden und wann die nächste ansteht.

Impfintervalle im Überblick

ImpfungTypischer Abstand der AuffrischungHinweis
Staupe, Hepatitis, ParvoviroseJe nach Impfstoff alle 3 JahreBei Welpen erst nach Grundimmunisierung
LeptospiroseMeist jährlichSchutz hält kürzer an
TollwutJe nach Impfstoff 1 bis 3 JahreFür Reisen auf gültigen Schutz achten
ZwingerhustenMeist jährlich oder auf AnforderungAuch kurz vor Hundepension sinnvoll
BorrelioseJährlich nach GrundimmunisierungNur bei erhöhtem Risiko

Die Angaben sind Richtwerte. Maßgeblich sind der verwendete Impfstoff und die Empfehlung der Praxis.

Impfen bei älteren, kranken oder trächtigen Hunden

  • Senioren: Oft ist weiterhin Schutz sinnvoll, ob und was, hängt von Gesundheit, Lebensumfeld und Titerwerten ab.
  • Kranke Hunde: Bei akuten Erkrankungen wird die Impfung meist verschoben.
  • Hunde unter Medikamenten: Manche Medikamente, etwa Kortison, können die Impfantwort beeinflussen. Sprecht darüber.
  • Trächtige Hündinnen: Lebendimpfstoffe sind während der Trächtigkeit meist tabu. Plant Impfungen vor der Deckung und klärt Vorgehen mit der Praxis.

Impfung und Entwurmung

Vor der Impfung wird oft eine Wurmkur empfohlen, damit der Körper nicht von Parasiten belastet ist. Frag deine Praxis, wann der beste Zeitpunkt ist. Bei Welpen ist die Entwurmung ohnehin Teil des Gesundheitsplans.

Wie verläuft eine Impfreaktion?

Zeit nach der ImpfungWas ist normal?Wann zur Praxis?
Erste Minuten bis StundenEventuell Unruhe, leichte SchwellungGesichtsschwellung, Atemnot, Erbrechen, Kollaps
Erste 24 StundenMüdigkeit, wenig Appetit, leichter DruckschmerzAnhaltendes Erbrechen, Fieber über 24 Stunden
Tag 2 bis 3Meist wieder munterHartnäckige Schwellung an der Einstichstelle, Schmerzen
Nach einigen WochenUnauffälligAuffällige Knoten, die nicht abheilen

Hundeschule, Pension und Hundespielgruppe

Viele Hundeschulen, Hundepensionen, Tagesstätten und Welpenspielgruppen verlangen einen Impfnachweis, in der Regel gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und oft Tollwut, bei Pensionen häufig zusätzlich gegen Zwingerhusten. Fragt rechtzeitig nach, welche Impfungen sie verlangen, denn manche müssen mehrere Wochen vor dem Aufenthalt erfolgt sein. Mit einem vollständigen Impfpass spart ihr euch Ärger kurz vor der Reise.

So lest ihr euren Impfpass

  • Datum und Impfstoff: Wann wurde welcher Impfstoff gegeben?
  • Chargenaufkleber: Er dokumentiert die Herstellernummer, wichtig bei Reaktionen.
  • Nächster Termin: Die Praxis trägt meist ein, wann die nächste Impfung fällig ist.
  • Stempel und Unterschrift: Ohne sie ist die Impfung offiziell nicht gültig, wichtig für Reisen.
  • Mikrochip-Nummer: Im EU-Heimtierausweis muss sie stehen.

Welpen aus dem Ausland oder dem Tierschutz

Hunde aus dem Ausland oder aus Tierheimen haben oft einen unklaren Impfstatus. Nehmt alle vorhandenen Papiere mit zum ersten Termin. Die Praxis entscheidet, ob eine Grundimmunisierung neu begonnen werden muss. Bei Hunden aus dem Ausland sind zusätzlich Tollwutschutz und mögliche Reisekrankheiten ein Thema. Plant vor dem Kontakt mit anderen Hunden Zeit ein, bis der Schutz vorhanden ist.

Impfungen bewusst planen

Eine Impfung ist keine einmalige Sache, sondern Teil der Vorsorge im ganzen Hundeleben. Legt euch am besten einen Kalender oder eine Erinnerung an, damit Auffrischungen nicht verfallen. Besprecht mit eurer Praxis zu Beginn des Jahres, welche Impfungen anstehen, und rechnet sie in euer Budget ein. Wer verreist, sollte rechtzeitig vor der Abreise nachfragen, welche Impfungen und Papiere nötig sind.

Häufige Fragen

Ab wann darf man einen Welpen impfen?

Die erste Impfung erfolgt in der Regel mit etwa acht Wochen. Die zweite folgt nach etwa vier Wochen, und je nach Impfstoff gibt es weitere Termine.

Wie oft muss ein Hund geimpft werden?

Nach der Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr erfolgen Auffrischungen, je nach Impfstoff im Abstand von einem bis drei Jahren. Die Praxis erstellt einen Plan für euren Hund.

Ist die Impfung Pflicht?

In Deutschland gibt es keine generelle Impfpflicht für Hunde. Für Reisen, Hundepensionen, Hundeschulen oder Ausstellungen werden aber oft Impfungen verlangt, vor allem gegen Tollwut.

Darf ein kranker Hund geimpft werden?

In der Regel nicht. Die Praxis schiebt die Impfung auf, bis euer Hund wieder gesund ist, außer es gibt zwingende Gründe.

Was kostet die Impfung?

Die Preise unterscheiden sich je nach Praxis, Impfstoff und Region. Fragt vorab nach dem Preis für Grundimmunisierung und Auffrischungen, und plant sie bei den Hundekosten mit ein.

Weiterlesen

Stand: November 2026. Dieser Beitrag wurde redaktionell vom Hundefreund-Team erstellt und orientiert sich an gängigen tierärztlichen Empfehlungen. Er dient der Orientierung und ersetzt keine Untersuchung oder Beratung durch eine Tierarztpraxis. Den Impfplan für euren Hund legt immer eure Tierarztpraxis fest.